Lorem ipsum

Taktile Installation
1. Juli bis 20. August 2017
Schafhof – Europäisches Künstlerhaus Oberbayern, Freising

Der bekannteste Blindtext ist ‚Lorem ipsum‘, eine Art verballhorntes, nichts sagendes Latein. Er wird er zur überdimensionalen Brailleschrift, zur sogenannten Blindenschrift transformiert…
Im Rahmen der Ausstellung ‚Wo das Wort ist‘.

http://schafhof-kuenstlerhaus.bezirk-oberbayern.de

 

::.:.. :. Die Blindenschrift hat etwas code-haftes….:::. .:..:. Das wirkt fast schon computerhaft, (prä)digital…:.::.

Das passt zum Reformationsthema der Ausstellung, weil es auf die Entwicklung von der gutenbergschen Medienrevolution hin zur digitalen Revolution anspielt. In der Reformation wurde ja das Latein durchs Deutsche ersetzt. Dass der Begriff ‚Lorem ipsum‘, der für das digitale Zeitalter steht, jetzt ausgerechnet in einer Art Pseudo-Latein geschrieben ist, ist schon skurril.

Zum Luther-Zitat auf dem Flyer „Gott ist überall, will aber nicht, dass du überall nach ihm tappest, sondern wo das Wort ist, da tappe nach, so ergreifest du ihn recht.”: Auch nach der Braille-Schrift muss man ja „tappen (veraltend unsicher tastend nach etwas greifen)“, um sie haptischen zu lesen, zu erfahren.
So Bezüge mag ich, auch – oder gerade weil – sie eigentlich unsinnig sind und Ebenen vermischen, die nichts miteinander zu tun haben…

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